58204

Seltene George II Zuckerschale mit Deckel

Seltene George II Zuckerschale mit Deckel im Régence-Stil,
Sterling Silber, London 1730,
MZ: Elizabeth Goodwin

Im Querschnitt kreisrunde Schalenform auf zentralem, glatten Balusterfuß stehend. Die Wandung allseitig von appliziertem Rippendekor im Wechsel mit gerahmten Bandwerk auf mattiertem Grund geziert. Der abnehmbare Deckel in Analogie zur Schale gearbeitet und durch Umdrehen als zweite Schale zu benutzen.
Prächtige und formschöne Deckeldose mit höfischem Anspruch in selten anzutreffendem Régence-Dekor. Das Dekor ist französischen Ursprungs und fand durch die im späten 17. Jahrhundert eingewanderten hugenottischen Handwerker Eingang in das englische Formenrepertoire und blieb im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts en vogue. Wenngleich Zuckerschalen bis in die 1740er Jahre nahezu immer einen abnehmbaren Deckel hatten, haben sich nur die wenigsten von ihnen mit den originalen Deckeln erhalten. Diese Zuckerschalen sind stets von schlichter, glatter Formgebung und nur sehr selten verziert. Der abnehmbare Deckel diente zumeist als Ablage für Teelöffel. Neben der Tatsache dass Zucker im 18. Jahrhundert außerordentlich wertvoll und teuer war und daher als Prestigesymbol fungierte, hat die Zuckerschale durch den Dekor auch einen sehr repräsentativen Charakter welcher neben dem zentralen family crest im Deckelknauf den höfischen Anspruch des Objekts unterstreicht.

Die Beschaumarken unterhalb der Schale in sehr guter Erhaltung vorliegend, in der Deckelinnenseite durch den Gebrauch stark berieben und nur noch partiell zu erkennen. Dennoch liegt das Objekt in sehr schönem, authentischen Zustand vor und weist insbesondere an seinem plastischen Dekor keine Abreibungen und generell keine Reparaturen oder Schäden auf. Elizabeth Goodwin war Witwe von James Goodwin und führte nach Ableben ihres Mannes die Werkstätte weiter.

Gesamthöhe: 8,2 cm, Höhe (Oberrand Schale): 6,5 cm, Durchmesser: 10,3 cm; 289,0 g