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Art Déco Silber Fußschale von Christa Ehrlich

Christa Ehrlich Silber Art Déco Silberfabrik Voorschoten Wiener Werkstätten

Seltene Art Déco Fußschale, 835er Silber,
Christa Ehrlich für Zilverfabriek Voorschoten,
Voorschoten 1928

Art Déco Fußschale, Entwurf: Christa Ehrlich, 1927. Ausführung: Zilverfabriek Voorschoten, 1928. Auf sich verjüngendem und vertikal gerippten, zentralen Fuß stehende, gewölbte Schalenform mit alternierendem Blumendekor.
Formschöne und trotz des Alters außerordentlich modern wirkende Arbeit von Christa Ehrlich, die neben Emmy Roth und Paula Straus zu den wichtigsten Silberschmiedekünstlerinnen des Art Déco zu rechnen ist. Die Fußschale ist Teil einer Folge von unterschiedlichen Gefäßtypen die Christa Ehrlich für die Zilverfabriek Voorschoten entworfen hat. Die strenge Formgebung die sich aus dem Zusammenspiel stereometrischer Elemente ergibt – einer jeweils oberseitig abgeschnittenen Kegel- und Kugelform – wird durch das Streublumendekor aufgelockert und lässt die künstlerische Nähe zum Wiener Jugendstil und den Entwürfen für Silberwaren von Josef Hoffmann erkennen, mit  dem Christa Ehrlich zeitweise eine enge künstlerische Zusammenarbeit verband.
Vgl. ein etwas größeres Gegenstück im Bestand des Bröhan Museums, Berlin und abgebildet in: Dedo von Kerssenbrock-Krosigk (Hrsg.): Metallkunst der Moderne (Bestandskataloge des Bröhan-Museums VI), Berlin 2001. S. 498 sowie in: Christa Ehrlich, Weens ontwerpster in Nederland (Nachdruck des Verkaufskatalogs von 1952, o.O. 1988, S. 28 und S. 31).
Eine Übersicht über unsere aktuell angebotenen Silberwaren des Art Déco finden Sie hier.

Christa Ehrlich studierte ab 1920/21 an der Wiener Kunstgewerbeschule anfangs unter Michael Powolny wo sie sich zunächst mit der Gestaltung von Keramik beschäftigte und wechselte dann später in die Fachklasse für Architektur wo sie bis 1925 unter Josef Hoffmann studierte. Im Anschluss wurde Christa Ehrlich Assistentin Hoffmanns in dessen Architekturbüro und gestaltete als ersten wichtigen Auftrag die Vitrinen in dem von Hoffmann entworfenen Österreichischen Pavillon auf der Weltausstellung in Paris 1925 sowie 1927 die wiederum von Josef Hoffman zu gestaltende österreichische Abteilung auf der Ausstellung „Europäisches Kunstgewerbe“ die im Grassimuseum in Leipzig stattfand. Dort wurde sie von Carel S. Begeer, dem Leiter der Niederländischen Abteilung auf jener Ausstellung und Direktor der „Koninklijke Nederlandsche Edelmetaalbedrijven“ (KNEB) [= Königlich Niederländische Edelmetallgesellschaften] als Künstlerin entdeckt und für die Zilverfabriek Voorschoten, eine Tochtergesellschaft der KNEB, als Entwerferin für Silber angeworben. 1927 trat Christa Ehrlich im Alter von 24 Jahren ihre Stellung an und erstellte im selben Jahr erste wichtige Entwürfe für Silberwaren und Tafelsilber, darunter die hier vorliegende Fußschale die in unterschiedlichen Größen variiert sowie auch mit Deckel hergestellt wurden.

Durchmesser: (gesamt) ca. 9,4 cm, Höhe: 8,0 cm; 106,5 g