Okimono, 950er Silber 萌芽 (Im Werden), Kanazawa 2026

Artikelnummer: 60234

Okimono 萌芽 (Hōga) – Im Werden,
950er Silber, Kanazawa 2026,
MZ: Toshiki Oda

Aus 950er Silber manuell geschnitten und mit Hämmern unterschiedlicher Feinheit in aufwendiger Treibarbeit geformt, entfaltet sich die filigrane Silberskulptur, deren organische Gestalt an eine Blüte mit austreibenden jungen Pflanzentrieben erinnert. Aus einem dichten Zentrum wachsen schlanke Ausläufer hervor und verzweigen sich zu feinen, kelchförmigen Blüten sowie zur Unterseite zu kleinen spitzen Fußformationen. Die außergewöhnliche Präzision der handwerklichen Ausführung verleiht dem Edelmetall eine überraschende Leichtigkeit und lässt das Silber beinahe lebendig erscheinen.
Zwischen botanischer Form und abstrakter zeitgenössischer Metallkunst thematisiert die Arbeit Wachstum, Wandel und Vergänglichkeit. Die matte, silbrig schimmernde Oberfläche unterstreicht den Eindruck eines eingefrorenen Moments natürlichen Entfaltens und macht die Skulptur zu einer eindrucksvollen Verbindung von traditioneller japanischer Handwerkskunst, künstlerischer Innovation und organischer Formensprache.
Zum Objekt gehört ein vom Künstler signierter und bezeichneter Tomobako (traditionelle japanische Holzkiste zur Aufbewahrung bzw. Transport).

Durchmesser: ca. 9,0 cm, Höhe: ca. 9,0 cm

Die Entwicklung des Okimono als eigenständige Kunstform

Okimono (置物) zählen neben den Netsuke zu den begehrtesten Objekten für Sammler japanischer Kunst und hochwertiger japanischer Skulpturen. Ursprünglich als dekorative Schaustücke für die Tokonoma-Nische oder repräsentative Wohnräume geschaffen, entwickelten sie sich während der Meiji-Zeit (1868–1912) zu einer eigenständigen Kunstform von höchster handwerklicher Qualität. Meister der Metall-, Holz-, Elfenbein- und Lackkunst schufen detailreiche Skulpturen, die Tiere, Pflanzen, mythologische Figuren oder Szenen des Alltags mit außergewöhnlicher Präzision darstellen. Internationale Weltausstellungen machten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Okimono weltweit bekannt und begründeten ihren Ruf als Höhepunkt traditioneller japanischer Kunst wie auch japanischer Handwerkskunst. Heute entstehen neben historischen Meisterwerken auch zeitgenössische Okimono, in denen Künstler klassische Techniken mit einer modernen Formensprache verbinden. Damit stehen Okimono bis heute für die einzigartige Verbindung von japanischer Ästhetik, virtuoser Handarbeit und künstlerischer Innovation.

Der japanische Künstler Toshiki Oda

Toshiki Oda (geboren 1991 in Fukuoka, Japan) lebt und arbeitet in Kanazawa. Nach seinem Bachelorstudium im Bereich Industrie-, Innenraum- und Produktdesign an der Musashino Art University (2015) absolvierte er den Masterstudiengang Metallgestaltung am Kanazawa College of Art (2017). 2020 schloss er zudem das technische Förderprogramm des Metalwork Studio am Kanazawa Utatsuyama Kogei Kobo ab.
In seiner künstlerischen Praxis setzt sich Toshiki Oda mit den Formen und Wachstumsprozessen von Pflanzen auseinander. Ausgehend von einer intensiven Beschäftigung mit dem Material Metall und traditionellen handwerklichen Techniken entwickelt er skulpturale Arbeiten, die von den Spuren des Entstehungsprozesses, der Zeitlichkeit des Materials und den darin eingeschriebenen Narrativen geprägt sind. Arbeitete der Künstler bislang nur in Eisen und anderen Metallen, ist diese Arbeit die erste die Oda in Silber gefertigt hat.

Seine Werke werden regelmäßig auf internationalen Kunst- und Kunsthandwerksmessen präsentiert, darunter die Art Fair Tokyo, Art Collaboration Kyoto und KOGEI NEXT. Darüber hinaus realisierte er mehrere Einzelausstellungen, unter anderem in Kanazawa und Peking. Für sein Schaffen wurde er mehrfach ausgezeichnet, darunter mit dem Förderpreis des Präsidenten der Kanazawa Craft Association (2020), dem Sokeikai Award (2019) sowie dem World Craft City Declaration Commemorative Award (2018).

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