Nanako-Zogan Vase 清流 (Klarer Bach), Kanazawa 2016, Satoshi Hara

Artikelnummer: 60239

Außergewöhnliche Vase in Nanako-Zogan 清流 (Seiryū) – Klarer Bach,
Feinsilber, Feingold, Kupfer und Eisen, Kanazawa 2016,
MZ: Satoshi Hara

Die kreisrunde Wandung als gedrückte Kugelform gehalten. Diese sich zum Oberrand hin verjüngend und auf leicht erhöhter Basis stehend. Die äußersten Randbereiche von dreifachen Vertikalfalten untergliedert und so die Schwere des Entwurfs gekonnt reduzierend.
Die Wandung ein umgehendes, netzartiges Muster aus eingelegtem Gold aufweisend. Darüber Fischformationen von sog. Schleierschwänzen und akzentuierenden, eingelegten Punkten in Feingold. Der obere Randabschluss in getriebenem Silber gearbeitet.

Durchmesser: 30 cm, Höhe: 20 cm

Künstlerisch wie in der Umsetzung eine außergewöhnliche Vase in der äußerst komplexen Nanako Zogan-Technik.
Der Korpus der Vase wurde in einem Stück aus einer massiven Eisenplatte getrieben. Ebenso beeindruckt die höchste Präzision der Linieneinlagen, denen eine siebenfache manuelle Gravur des Korpus mit dem Stichel vorausgeht. Durch diese Technik vermag der Künstler Arbeiten zu schaffen, deren Dekor wie gezeichnet wirken. In der vorliegenden Arbeit erzeugt das Zusammenspiel der unterschiedlich gefärbten Metalle Gold, Silber und Kupfer innerhalb der Fischformationen den Eindruck eines Blicks in einen klaren Bach, in dem sich die Fische räumlich überlagern. Das fein eingelegte Perlendekor erinnert an aufsteigende Luftblasen und verleiht der Darstellung eine zusätzliche Lebendigkeit und Tiefenwirkung.

Die Vase wurde 2016 im Rahmen der 日本伝統工芸展 (Nihon Dentō Kōgei-ten) – Japanische Ausstellung für traditionelles Kunsthandwerk gezeigt und blieb bis heute in der Sammlung des Künstlers.

Der japanische Metallkünstler Satoshi Hara

1962 in Yokohama, in der Präfektur Kanagawa, geboren, begann Satoshi Hara seine künstlerische Laufbahn als Metallbildhauer und erlangte auf diesem Gebiet früh Anerkennung. Im weiteren Verlauf spezialisierte er sich auf die Herstellung kunstvoller Schmiedearbeiten. Neben traditionellen und in seinem Œuvre weniger geläufigen Techniken wie Mokume-gane entwickelte er eine eigene Einlegetechnik, die er Nanako-Zogan nennt. Dabei werden Gold, Silber und Kupfer in einem äußerst präzisen, vielschrittigen Verfahren in die Gefäßwandung eingelegt. Die außergewöhnliche Feinheit dieser hochentwickelten Intarsientechnik verleiht dem Dekor die Anmutung einer mit feinster Feder gezogenen Zeichnung. Während „Zogan“ eine Metall-Einlegetechnik bezeichnet, steht „Nanako“ für eine traditionelle Technik die ihren Ursprung in der Nara-Zeit (710-794) hat und deren punktartiges Erscheinungsbild an Fischrogen erinnert.
Mit dieser Technik vermag der Künstler die Muster in Drähten mit Stärken von 0,3 mm in die Gefäße einzulegen, wobei jede einzelne Linie – nach der Gravur des Korpus – fünf verschiedener Arbeitsschritte bedarf. Je nach den Dimensionen einer Arbeit werden durchschnittlich 50 m Draht verarbeitet, sodass der Künstler rein rechnerisch durch die verschiedenen Arbeitsgänge etwa 250 m an Draht zu bearbeiten hat. In der vorliegenden Arbeit wurde der größte Teil in Silber und Gold eingelegt, wobei davon auszugehen ist, dass hierfür eine größere Menge Draht verarbeitet wurde. Bei dieser hochkomplexen und langwierigen Arbeit darf zu keinem Zeitpunkt dem Künstler ein Fehler passieren, da es nicht möglich ist diesen zu beheben.
Satoshi Hara hat die Professur für Metallbearbeitung seit 2003 auf dem Kanazawa College of Art, Department of Craft inne. Sein Werk befindet sich in zahlreichen Museen Japans und im Ausland.

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